Ohne Starting Point Guard Chanell Williams (Rückkehr ins Teamtraining kommende Woche) und die erkrankte Diana Ivancic trat der MTV mit einem rein in Deutschland ausgebildetem Kader an. Bemerkenswert dabei, keine Spielerin älter als 24 Jahre.
Kontrolle nach holprigem Start
Nach dem 18:16 im ersten Viertel baute Stuttgart den Vorsprung kontinuierlich aus (15:11, 18:16, 20:18). Wasserburg steckte nie auf, konnte jedoch nie in einen Lauf kommen. Entscheidend war wieder einmal die disziplinierte Teamdefense und eine eine verbesserte Leistung am Brett: Mit 39:36 Rebounds – dem besten Saisonwert – nahm der MTV dem Favoriten aus Wasserburg seine gewohnte körperliche Überlegenheit.
Headcoach Cyril DaSilva ordnete den Auftritt entsprechend ein: „Wir haben in den letzten Wochen bewusst über Abläufe, Intensität und Entscheidungsfindung gesprochen. Heute war wichtig, wie wir verteidigen, wie wir rebounden und wie klar wir unsere Würfe nehmen – das Ergebnis ist eine Konsequenz daraus.“
Dass Wasserburg mit seinen vier Importspielerinnen bei nur 61 Punkten gehalten wurde, wertete DaSilva als zentralen Faktor: „Abgesehen von den ersten zwei Minuten haben wir das Spiel kontrolliert.“
Teamleistung und ein Floor Captain
Offensiv verteilte sich die Verantwortung auf viele Schultern, angeführt von der blendend aufgelegten Topscorerin und spielfreudigen Spielmacherin Joanna Scheu. Diese hob vor allem den Teamansatz hervor: „Wir haben defensiv sehr konsequent gearbeitet und uns gegenseitig geholfen. Die Rebounds waren ein Schlüssel – darauf haben wir uns gezielt vorbereitet, weil wir wussten, dass das gegen Wasserburg entscheidend sein kann.“
Auch Louisa Groth betonte die mannschaftliche Geschlossenheit: „Wir sind ruhig geblieben, haben den Ball gut bewegt und als Team verteidigt. Wenn alle ihren Job so gut machen und die Energie stimmt, wird es für den Gegner ungemein schwer.“
Top-Rebounderin Verena Soltau: „Ich habe versucht, präsent zu sein und dem Team Energie zu geben. Auch als es eng wurde, sind wir ruhig geblieben und waren in den entscheidenden Momenten da. Unter dem Korb haben wir physisch gearbeitet und die Rebounds geholt.“
Ausblick
Mit dem Heimsieg bestätigt der MTV Stuttgart seine positive Entwicklung und rangiert weiter im Tabellenmittelfeld auf Platz Sechs. Der Rückstand auf Platz 3 beträgt lediglich ein Sieg, der Vorsprung auf die Abstiegsränge zwei. Die Liga ist ungemein eng. Bereits am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel beim Tabellendritten in Würzburg die nächste Standortbestimmung – erneut gegen einen Gegner, der körperlich und taktisch alles abverlangen wird.
Für den MTV spielten,
Joanna Scheu (18 Punkte), Selma Yesilova (11), Salma El-Haiwan (11), Louisa Groth (9), Verena Soltau (8, 12 Rebounds), Lilith Maitra (6), Amelie Kehrenberg (3), Lola Stamenkovic (2), Muna Ngome Kangue (2), Nikolina Antic, Jana Schreiner, Paula Armbrust.