Basketball: Starker Schlussakt gegen Top-Favoriten reicht nicht

Lou’s Foodtruck MTV Stuttgart unterliegt Heidelberg knapp. Der MTV Stuttgart hat am 15. Spieltag der DBBL Süd eine bittere Heimniederlage hinnehmen müssen. Gegen die USC BasCats Heidelberg unterlagen die Stuttgarterinnen trotz gewonnenen drei Vierteln mit 68:70 (20:18, 8:23, 17:16, 23:13). Ausschlaggebend waren sieben schwache Minuten im zweiten Viertel, die sich gegen einen physisch starken Gegner nicht mehr kompensieren ließen.

„Sieben schlechte Minuten im zweiten Viertel sind gegen ein physisch so starkes Team wie Heidelberg einfach zu viel, das müssen wir klar ansprechen.“ so das Fazit von Headcoach Cyril DaSilva.
 

 

Der MTV startete mit viel Tempo, guter Ballbewegung und sichtbarem Selbstvertrauen in die Partie. Früh fanden die Gastgeberinnen ihren Rhythmus und setzten Heidelberg unter Druck. Die Gäste hielten jedoch dagegen, sodass sich Stuttgart nach zehn Minuten lediglich eine knappe 20:18-Führung erspielt hatte.

 

Im zweiten Viertel kippte das Spiel. Heidelberg erhöhte die Intensität deutlich, während der MTV defensiv an Stabilität verlor. Trotz gut herausgespielter Wurfpositionen fehlte die Effizienz, gleichzeitig bekam der MTV die US-Centerin Melanie Hoyt nicht in den Griff. Die Gäste nutzten diese Phase konsequent aus und zogen bis zur Halbzeit auf 41:28 davon.

 

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der MTV gut eingestellt und gefestigt. Offensiv strukturierter und defensiv aufmerksamer gestalteten die Gastgeberinnen das dritte Viertel ausgeglichen (17:16), ohne den Rückstand jedoch entscheidend verkürzen zu können. Heidelberg kontrollierte weiterhin das Geschehen, blieb aber angreifbar und war nicht souverän.

 

Im Schlussabschnitt wurde dann das sichtbar, was Headcoach Cyril DaSilva später als „MTV-DNA“ bezeichnete. Der MTV kämpfte um jeden Ball, verteidigte aggressiv und spielte mit Selbstvertrauen. Fünf Minuten vor Schluss war man in Schlagdistanz. 

Angeführt von drei perfekt herausgespielten Dreipunktwürfen von Selma Yesilova startete der MTV eine beeindruckende Aufholjagd und kam in den letzten Sekunden bis auf zwei Punkte heran. Der mögliche letzte Angriff blieb jedoch unvollendet, da bei wenigen Sekunden auf der Uhr ein entscheidender Rebound nicht gesichert werden konnte. Heidelberg bekam beim Stand von 68:69 und noch zwei Sekunden auf der Uhr noch einmal zwei Freiwürfe. Hoyt konnte davon einen zum 68:70 verwandeln. Der anschließende Wurf von Chanell Williams aus dem Rückfeld traf erst tief das Brett, prallte auf den Ring, sprang aus dem Korb und verfehlte letztendlich das Ziel. Sensation verpasst. Tragisches Deja-vu zum ebenfalls knapp mit zwei Punkten verlorenen Spiel in Würzburg. 

 

„Ich bin stolz auf jede einzelne Spielerin und auf den Charakter, den sie heute gezeigt hat. Gerade durch solche engen und bitteren Niederlagen entwickelt sich dieses Team aktuell schneller als je zuvor“, betonte DaSilva. Gleichzeitig ordnete er das Ergebnis realistisch ein: „Wir können unser Budget und unsere personelle Struktur nicht mit den Topteams wie Heidelberg vergleichen – und trotzdem hatten wir bis zum letzten Wurf eine sehr reale Chance, dieses Spiel zu gewinnen.“

 

Die personelle Lage bleibt weiterhin angespannt: Lilith Maitra fällt nun verletzt aus, Louisa Groth weiterhin. Positiv: Chanell Williams feierte nach zweimonatiger Verletzungspause ihr Comeback.

 

Für den MTV spielten: Selma Yesilova (28 Punkte), Chanell Williams (9), Verena Soltau (8), Joanna Scheu (8), Diana Ivancic (6), Nikolina Antic (2), Salma El-Haiwan (2), Amelie Kehrenberg (2), Jana Schreiner (2), Muna Ngome Kangue (1), Lilith Maitra, Lola Stamenkovic.

Mit vollem Einsatz: Jana Schreiner
Mit vollem Einsatz: Jana Schreiner © Justas Sirtautas
Starkes Comeback nach zweimonatiger Pause: Chanell Williams
Starkes Comeback nach zweimonatiger Pause: Chanell Williams © Justas Sirtautas
Wahnsinnige Schlusssekunden
Wahnsinnige Schlusssekunden © Justas Sirtautas