Basketball 2. DBBL: Ein Rebound fehlt zum Coup

QOOL Sharks Würzburg – Lou’s Foodtruck MTV Stuttgart 79:77 (21:15, 18:23, 19:21, 21:18). Lou’s Foodtruck MTV Stuttgart ist bei den QOOL Sharks Würzburg hauchdünn an einer Sensation vorbeigeschrammt – am Ende entscheidet ein fehlender Defensivrebound Sekunden vor Schluss eine hochklassige Partie zugunsten der Gastgeberinnen, die damit auf Platz zwei springen.

Stark ersatzgeschwächt, aber hervorragend vorbereitet, trat der MTV Stuttgart in Würzburg an. Trotz der Ausfälle von Chanell Williams (Trainingsrückstand), Louisa Groth (Knöchelverletzung) und Lola Stamenkovic (Knieprobleme) fand das Team von Headcoach Cyril DaSilva offensiv immer wieder Lösungen gegen die variablen Würzburger Zonenverteidigungen.
 

 

Defensiv zeigte Stuttgart in der ersten Halbzeit jedoch nicht die nötige Wachsamkeit. Zu viele einfache Korbleger erlaubten den Gastgeberinnen eine Quote von 60 Prozent aus dem Zweipunktbereich. Dennoch kämpfte sich der MTV zurück, erhöhte im zweiten Viertel das Tempo und ging mit einem knappen 38:39-Rückstand in die Pause.

 

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein Spiel auf hohem Niveau. Würzburg setzte sich zunächst ab, doch Stuttgart konterte mit einem 10:0-Lauf und ging mit einer 59:58-Führung ins Schlussviertel. In der Crunchtime wechselte das Momentum mehrfach – immer wieder brachte sich der MTV durch kleine Defensivfehler oder zugelassene Offensivrebounds selbst um den Lohn.

 

Der dramatische Schlusspunkt: 23 Sekunden vor dem Ende, Stuttgart liegt mit +1 in Führung, erzwingt einen starken Defensivstop – doch der entscheidende Rebound bleibt aus. Würzburg kommt an die Linie, trifft einen Freiwurf, verpasst den zweiten – erneut sichert sich der Gastgeber den Ball. Nach Sprungball bekommt Würzburg den Ball, die bestens aufgelegte Mia Wiegand (27 Punkte) trifft den entscheidenden Korbleger. Die letzte Chance auf die Verlängerung bleibt dem MTV verwehrt, Diana Ivancic wird beim Abschluss geblockt.

 

Diana Ivancic: „Natürlich war ich extrem angespannt – das Spiel war über die gesamte Zeit sehr hitzig, und dann in den letzten Sekunden noch einmal reinzukommen, ist mental eine große Herausforderung. Trotzdem zeigt dieses Spiel, welche Entwicklung wir in dieser Saison genommen haben. Wir sind als Team deutlich gewachsen.“

 

Amelie Kehrenberg „So eine knappe Niederlage tut echt weh. Klar, wir haben das Spiel schon vorher aus der Hand gegeben – aber wir haben trotz des dezimierten Kaders alles reingeworfen und Würzburg bis zur letzten Sekunde unter Druck gesetzt. Wir hätten das am Ende besser lösen können.“

 

„Die Art und Weise, wie wir als Team gespielt haben, war beeindruckend“, sagte Headcoach Cyril DaSilva nach der Partie. „Ohne Williams, Groth und Stamenkovic war es alles andere als einfach, aber jede Spielerin hat ihren Beitrag geleistet – wir hätten dieses Spiel gewinnen können.“

 

Besonders bitter aus Stuttgarter Sicht: 19 Punkte nach zweiten Chancen ließen den Ausschlag zugunsten der erfahrenen Würzburgerinnen kippen. „Am Ende waren wir nur einen Rebound vom Sieg entfernt“, so DaSilva weiter. „Trotzdem bin ich sehr stolz auf mein Team. Ich sehe, wie sich unsere jungen Spielerinnen Woche für Woche weiterentwickeln – genau darum geht es für uns.“

 

Offensiv führte Johanna Scheu das Team mit 19 Punkten als echte Leaderin an. Verena Soltau dominierte mit 14 Punkten und 14 Rebounds, erneut ein Double-Double. Diana Ivancic überzeugte mit 10 Punkten in nur 13 Minuten, Niki Antic lieferte von der Bank wertvolle Minuten (6 Punkte), ehe sie sich am Knöchel verletzte – gute Besserung an dieser Stelle.

 

Im Kader standen zudem die Rookies Mia Mandic und Paula Armbrust, beide kamen nicht zum Einsatz.

 

Der MTV Stuttgart verabschiedet sich nun in eine kurze Spielpause. Das nächste Spiel findet erst am 7. Februar gegen die BasCats USC Heidelberg statt.

 

Für den MTV spielten,

Joanna Scheu (17 Punkte, 6 Assists), Verena Soltau (14, 14 Rebounds), Salma El-Haiwan (13), Diana Ivancic (10), Selma Yesilova (6), Nikolina Antic (6), Amelie Kehrenberg (5), Muna Ngome Kangue (4), Lilith Maitra (2), Jana Schreiner, Paula Armbrust, Mia Mandic.

Amelie Kehrenberg: voller Einsatz
Amelie Kehrenberg: voller Einsatz
Niki Antic: leider verletzt
Niki Antic: leider verletzt
Schweres Durchkommen für Salma El-Haiwan
Schweres Durchkommen für Salma El-Haiwan
Voller Einsatz: Diana Ivancic
Voller Einsatz: Diana Ivancic © Elmar Hiller