Der Auftakt erfolgte am Donnerstag mit dem kräftezehrenden Einzelrennen über 12,5 Kilometer. Bei widrigem Wind und Schneefall zeigte Anja eine konzentrierte Leistung am Schießstand und sicherte sich den zweiten Platz hinter der US-Amerikanerin Masters. Besonders spannend war dabei die Arbeit mit ihrem neuen Schlitten, der zwar eine hervorragende Laufform ermöglicht, am Schießstand jedoch eine komplette Umstellung des Gewehrs erforderte. Anja resümierte die Premiere vorsichtig optimistisch: „Beim ersten Biathlontraining am Notschrei habe ich gespürt, dass ich auf der Matte anders liege als mit meinem alten Schlitten, weshalb mein Gewehr komplett umgebaut werden musste. Es blieb jedoch ein Rest Unsicherheit, ob das auch im Wettkampf unter Maximalbelastung gut funktioniert. Nach dem Einzelrennen würde ich sagen, es kann funktionieren“.
Der Samstag, Tag der Verfolgung, verlangte den Athletinnen und den zahlreichen Helfern alles ab. Pünktlich zum Start setzte heftiger Dauerschneefall ein. Anja kämpfte im Finale mit einer feuchtigkeitsbedingten Hemmung am Gewehrmagazin, behielt aber die Nerven: „Ich habe den ersten Schuss abgegeben und gleich gehört, dass etwas nicht stimmt. Der nächste Schuss löste sich nicht, das Magazin lief vermutlich durch die Feuchtigkeit nach dem Repetieren nicht weiter“. Ein schneller Magazinwechsel und ein anschließendes fehlerfreies Schießen sicherten ihr erneut den zweiten Platz. Trotz der Strapazen hob sie die Stimmung hervor: „Das Beste heute war die Unterstützung am Streckenrand. Es ist genial, wenn Familie und Freunde, aber auch völlig Unbekannte einen anfeuern. Das war im ganzen Stadion zu hören“.
Zum Abschluss krönte Anja das Wochenende am Sonntag mit einem Sieg im 7,5-Kilometer-Sprint. Dank ihrer „steil aufsteigenden Laufform“ durch das vorangegangene Höhentraining in Livigno konnte sie selbst zwei Strafrunden kompensieren und mit über einer Minute Vorsprung gewinnen. Da sie während der letzten Runde kaum Informationen über ihren Vorsprung hatte, gab sie bis zum Schluss alles: „Nach den beiden Strafrunden wusste ich nicht, welchen Vorsprung oder Rückstand ich hatte. Die nächste Information bekam ich erst, als drei Viertel der Runde bereits gelaufen waren. Deshalb habe ich bis dahin voll durchgeprügelt. Über den Sieg freue ich mich natürlich sehr. Auch wenn einige Konkurrentinnen nicht gestartet sind, muss man es gegen die starken Chinesinnen erst einmal auf die Reihe bringen, vor allem im Biathlon“.
Nach diesem erfolgreichen Wochenende führt der Weg für Anja nun über München zur Anprobe der Olympiakleidung direkt weiter nach Finsterau, wo bereits am Mittwoch der nächste Langlauf-Weltcup startet.
Bericht der ARD-Sportschau mit Anja Wicker: Formtest bei den heimischen Weltcup-Rennen vor den Paralympics.
Den Bericht und Beitrag des SWR über Anja Wicker und den Wettkampf findet ihr hier.
Alle Infos zu Anja Wicker findet ihr auf ihrer Homepage.
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Infos auch auf der Seite des drs.org
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https://www.nordski.de
https://www.biathlonworld.com/inside-ibu/para-biathlon