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Triathlon

  Ironman Hawaii - World Championship 2012
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 » Ein persönlicher Bericht von Jan-Caspar Look
 
MTV Stuttgart 1843 e.V. -
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Jan-Caspar Look nach dem Wettkampf - so sehen Sieger aus!

Als erster Triathlet des MTV Stuttgart hat Jan-Caspar Look am berühmten Ironman Hawaii teilgenommen, den Ironman World Championship 2012. Im Folgenden ein persönlicher Rennbericht von unserem herausragenden MTV-Triathleten.

Kona Hawaii - das Traumziel eines jeden ambitionierten Triathleten. Einmal zum Ursprung des Triathlon, dahin wo alles seinen Anfang nahm und sich der Mythos und die Leidenschaft dieser jungen Sportart manifestiert, die Weltmeisterschaften.

Nun ist man also selbst Protagonist dieses einmaligen Wettkampfes, der sich zumeist unter extremsten Wetterbedingungen abspielt und nicht umsonst als der härteste Langdistanz Triathlon der Welt gilt. Rund 2000 Athleten aus aller Welt verwandeln schon in der Woche vor dem Rennen das sonst so beschauliche Kona in ein sehenswertes Freiluftspektakel: morgendliches Schwimmtraining am Pier, austrainierte Athleten auf dem Alii Drive, Rad testen auf dem Highway, Nationenparade, Underpantsrun, Bike CheckIn und schließlich der Wettkampf am Samstag an sich!

Wie so oft vor großen Wettkämpfen habe ich geschlafen wie ein Stein und ohne Wecker hätte ich dies auch munter weiter getan. 4:00 Uhr morgens, es geht los. Athleten und angehörige pilgern zum Pier, es liegt eine angespannt konzentrierte Ruhe in der Luft. Als erstes steht das Bodymarking an, hier werden die Startnummern direkt auf den Oberarm gestempelt, Wiegen, Rad checken, Gang zum Dixie, etwas Warmlaufen plus Dehnen und schon geht es über die Zeitmessmatte ins Wasser.

Nach 10 Minuten auf der Stelle schwimmen ertönt der Startschuss und es gibt für die Masse der Triathleten kein Halten mehr. Der Kurs führt gerade hinaus aufs offene Meer und denselben Weg etwas versetzt wieder zurück zum Pier. In der unruhigen Anfangsphase bekomme einen Schlag ins Gesicht. Unbeirrt hiervon, spule ich mein Programm ab und freue mich den ersten Teil ohne viel Salzwasser zu schlucken hinter mich zu bringen.

Die Wechselzone ist bereits gut gefüllt, als ich mich auf den Weg zu meinem Rad mache. Mit Platz 651 nach dem Schwimmen ist noch viel Luft nach vorne - die Aufholjagd kann beginnen. Nur leider ist der Kurs völlig überfüllt und es braucht lange bis sich das Feld halbwegs entzerrt. In dieser Phase ist ein regelkonformes Radfahren schlicht unmöglich und ich bekomme eine Panelty für Drafting (Windschattenfahren). Na, das fängt ja gut an! Die nächsten Panelty Box ist mit Athleten überlastet, sodass ich nach kurzem Stopp entscheide weiter zu fahren. Es geht Richtung Norden nach Hawi. Glücklicher weise gibt es hier einige Anstiege und aufkommender Wind macht das Rennen zunehmend selektiver. Den Wendepunkt in Hawi passiert, fahre ich die zweite Panelty Box an, um dort meine Zeitstrafe ab zu stehen. Nach 4 Minuten mache ich mich wieder auf den Weg, nun heißt es Kette rechts! Es geht durch glühend heiße Lavafelder und mit stetigem Gegenwind zurück nach Kona.

Trotz Zeitstrafe kann ich mein Rad nunmehr als 312ter in der Wechselzone abstellen. Nach routiniertem Wechsel, stelle ich fest, dass sich die ersten Schritte sehr bleiern anfühlen. Die mittlerweile gnadenlos scheinende Mittagssonne trägt ihr Übriges dazu bei, dass ich schnell meine ehemals kalkulierten Pace-Vorgaben korrigieren muss. Die ersten Kilometer auf dem AliiDrive liegen hinter mir und ich habe mittlerweile meinen Rhythmus gefunden, die Pulswerte stimmen und das ganze sieht nach Laufen aus. Die extreme Hitze zwingt jedoch die ersten Läufer zum Gehen und ich ahne, dass es heute schon ein Erfolg sein wird ohne Gehpausen durch zu kommen. Dieser Gedanke begleitet mich auf dem Weg durch Kona, raus auf den Highway. Ich versäume keine Verpflegungsstelle, versorge mich gut und schütte mir becherweise Wasser über den Kopf, sowie Eis ins Trikot, um nicht zu überhitzen. Mittlerweile bin ich im berüchtigten EnregyLab angekommen, die Luft steht, es geht kein Wind und es sind noch immer mehr als 10km ins Ziel. Die Bergaufpassagen lassen den Schritt schwer und müde werden und ich laufe von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt. Selbst auf der Geraden kann ich meine Pulswerte nicht mehr richtig pushen und kann erst auf den letzten 3km Richtung Finishline noch mal Gas geben. Ich Wechsel in einen mir gewohnten dynamischen Laufschritt, die angestrengten Züge im Gesicht weichen der Vorfreude, ich passiere jubelnde Zuschauer, klatsche Hände ab und biege auf den Zielkanal ein. Nun heißt es einfach genießen, aufsaugen und jubeln! Die Rampe zur Ziellinie ist nun auch kein Problem mehr. Mit einem beherzten Siegersprung beende ich das Rennen in einer Zeit von 9h:43min:31s auf Platz 203 aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Meinen persönlichen Traum hatte ich schon damit erreicht, auf Hawaii am Start zu sein und mich mit den weltbesten Triathleten im Wettkampf messen zu dürfen. Obgleich ich einiges an Lehrgeld zahlen musste, bin ich mit meinem sportlichen Abschneiden sehr zufrieden. Ich habe es geschafft deutlich unter 10 Stunden zu bleiben und mich unter den besten 10% aller Teilnehmer platziert.

Mehr Informationen zum Ironman Hawaii


 

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Autor: Steffen Pleßmann - eingestellt am 25.10.2012 um 23:45 Uhr







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