Die Stadt Stuttgart hat Ende 2025 nach langen Beratungen den Doppelhaushalt für 2026 und 2027 beschlossen. Aufgrund leerer Kassen wird in vielen Bereichen gespart – auch bei der Sportförderung. Wie der SWR berichtet, müssen 2026 rund 2,6 Millionen Euro und 2027 sogar vier Millionen Euro im Bereich Sportförderung eingespart werden.
Fahrtkostenzuschüsse gestrichen – Hallenmieten steigen
Besonders hart trifft es die Vereine durch zwei zentrale Maßnahmen:
- Fahrtkostenzuschüsse wurden komplett gestrichen
- Hallenmieten wurden um 50 Prozent erhöht
Für den MTV Stuttgart, der 30 Hallen von der Stadt anmietet, entsteht dadurch eine erhebliche finanzielle Lücke. Geschäftsführer Peter Kolb beziffert die Mehrbelastung gegenüber dem SWR auf rund 80.000 bis 85.000 Euro. Darin enthalten sind etwa 35.000 Euro wegfallende Fahrtkostenzuschüsse sowie rund 47.000 Euro zusätzliche Hallengebühren und gestrichene Zuschüsse.
Kinder- und Jugendbereich soll geschont werden
Laut dem Amt für Sport und Bewegung bleiben Übungsleiterzuschüsse, Kindergeld und Betriebskostenzuschüsse unangetastet. Dennoch wurden andere Zuschussarten gestrichen oder reduziert. Auch Förderungen für finanziell schwächer gestellte Familien fallen teilweise weg – pro Kind rund 50 Euro jährlich.
Viele Vereine sehen sich deshalb gezwungen, Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, auf Rücklagen zurückzugreifen oder notwendige Sanierungen zu verschieben.
Schwierige Entscheidungen stehen bevor
Für den MTV Stuttgart stellt sich nun die Frage, welche Angebote künftig aufrechterhalten werden können. Laut Geschäftsführer Kolb müsse geprüft werden, welche defizitären Angebote im Kinder- und Wettkampfsport reduziert, zusammengelegt oder gegebenenfalls gestrichen werden.
Der strenge Sparhaushalt zeigt deutlich: Die angespannte Finanzlage der Stadt hat direkte Auswirkungen auf den Breiten- und Vereinssport in Stuttgart.