Der erste Absatz in diesem Wettkampfbericht gehört der Gästemannschaft, der WKG Bonlanden-Sielmingen. Eine Mannschaft, die erst geduldig auf den Beginn des Wettkampfes wartete, der sich um rund eine halbe Stunde verzögerte. Eine Mannschaft, die zwar ersatzgeschwächt, aber keinesfalls schwach turnte. Die später gemeinsam mit dem MTV am siebten Gerät, dem Pizzaessen, antrat. Und eine Mannschaft, die trotz Verletzung eines ihrer Turner tapfer weiterkämpfte. Dem Turner, der sich am Boden verletzt hat, wünscht der MTV Stuttgart alles Gute. Und vor allem: gute Besserung!
Abgesehen von der Verletzung sahen die Zuschauer am vergangenen Samstag in der Tivoli-Halle einen sehr guten Wettkampf. Oder, in den Worten von MTV-Turner Jan Seidel: „Heute ist ein geiler Tag.“ Sein Teamkollege Marco Richter hatte an den Ringen eben seinen zweiten Kreuzhang zu Ende geturnt, da war schon klar: Es läuft gut beim MTV Stuttgart, der als Tabellenführer in den dritten Saisonwettkampf gestartet war und von Anfang an seiner Favoritenrolle gerecht werden wollte. Es lief gut, wenn auch nicht alles.
Zunächst konnte Tim Schumacher am Boden seinen Schweizer-Handstand aus dem Liegestütz nicht die erforderlichen zwei Sekunden stehen. Dann hatte auch Mannschaftsführer André Boden Probleme bei seinem Japaner. Weil Marco Richter aber eine sehr schwere Übung (D-Note: 5,4) sauber (und extrem schnell) durchturnte, gewann der MTV das erste Gerät mit gut drei Punkten Vorsprung. Und baute diesen am Pauschenpferd auf fast 20 Punkte aus.
Lukas Windisch, der die ersten beiden Wettkämpfe noch verpasst hatte, zeigte am Pferd seinen Wert für die Mannschaft und holte starke 11,50 Punkte. Ähnlich gut turnte Janik de Brabandt mit 11,40 Punkten, der damit seine Saisonbestleistung um 0,5 Punkte steigerte. Leichte Probleme hatte er beim Abmelden, das aber im Laufe des Wettkampfes besser wurde. Die Höchstnote am Pauschenpferd erhielt MTV-Turner Fabian Geyer. Trotz Sturz bekam er 12,60 Punkte.
Die ganz große Show bot Fabian dann aber an den Ringen. Dank eines für die Landesliga schier unglaublichen Ausgangswerts von 6,3 Punkten (der Durchschnittswert der restlichen Ringe-Turner betrug ~3,27) und nur wenig Abzug erturnte er 15,60 Punkte. Erneut am Start: Jan Seidel, der diesmal seinen Einsatz bereits am Vortag und nicht erst eine halbe Stunde vor dem Einturnen mitgeteilt bekommen hatte, erhielt starke 12,00 Punkte.
Die Startliste am Sprung war noch während des Einturnens in der Pause unklar. Jannis Schuckert, eigentlich gesetzt, hatte sich bei seiner Bodenübung eine leichte Fußverletzung zugezogen. Beim Einturnen probiert er daher einen einfach Handstand-Überschlag. Im Wettkampf bisss er dann auf die Zähne und zeigte vor der Zuschauertribüne seinen Kasamatsu (Rad mit seitlichem Salto in einer ¾ Schraube) in gehockter Ausführung. Für diesen Einsatz wurde er mit 12,70 Punkten belohnt. Einen schönen Sprung zeigte auch Vincent Cagnion, der 11,75 Punkte erhielt.
Weiter ging's am Barren, wo alle fünf MTV-Turner hohe Wertungen erhielten. André Boden bekam für seine schwierige Übung starke 12,20 Punkte – und damit 2,00 Punkte mehr als noch beim vergangenen Wettkampf. Und auch wenn beim letzten Gerät Reck nicht alles klappte: Der Sieg für die MTV-Turner war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gefährdet. 295,05 Punkte bedeuten gleichzeitig einen neuen Punkterekord der Mannschaft.
Der MTV Stuttgart I bleibt damit nach drei Siegen aus drei Wettkämpfen Tabellenführer der Landesliga 1. Zur Saisonhälfte liegt die Mannschaft damit voll auf Kurs Ligafinale. Damit das klappt, will sie am kommenden Wochenende auswärts gegen die KTV Hohenlohe den nächsten Sieg einfahren.
Zunächst aber wurde gefeiert – mit den MTV-lern, denen der letzte Absatz in diesem Wettkampfbericht gehört: dem Team vor und hinter dem Team. Dem Betreuer, Organisator und Motivator Björn Roth und den Kampfrichtern Gunter Gruber und Martin Liener-Kling. Den Zuschauerinnen und Zuschauern, die beim Auf- und Abbau der Geräte geholfen haben. Und Rüdiger Sommer, der alle Übungen der Turner auf Video festgehalten hat. Vielen Dank für Euren Einsatz!
Zum Ergebnis: