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Ein Zweikampf um die Zuschauer Neues Wertungssystem im Turnen Stuttgarter Zeitung vom 25.03.2003 STUTTGART (dpa/StZ). Trotz teils heftiger Kritik hat Karsten Ewald am Ende eine überzeugend Mehrheit hinter sich versammeln können. Am Rande des Weltcup-Turniers in Cottbus beschloss die Deutsche Turn-Liga (DTL) am Wochenende mit 35:2 Stimmen, das vom Präsidenten des Kunstturn-Bundesligisten KTV Stuttgart neu entwickelte Wertungssystem einzuführen. Danach gilt das so genannte Scoresystem von der nächsten Saison an für die erste und zweite Bundesliga sowie die Regionalligen. Premiere im Wettkampfbetrieb hat das System am 11. Oktober zum Bundesliga-Auftakt. "Der bisherige Modus im Kunstturnen ist eine Katastrophe. Langeweile pur", sagt Ewald. Vom neuen Punktsystem, das auch für den Laien zu durchschauen sein soll, verspricht sich der ehemalige Kunstturner nun wesentlich mehr Spannung. Wesentlichste Änderung ist, dass die Turner der jeweiligen Teams künftig im direkten Duell gegeneinander antreten. Dabei bewerten die Kampfrichter die Übungen der vier Turner einer Riege zwar weiterhin nach den internationalen Wettkampfvorschriften, halten die Noten aber als Hintergrundinformation unter Verschluss. Vergeben werden nur noch so genannte Score-Points, die der jeweilige Sieger des direkten Duells Turner gegen Turner erhält. Je nach Abstand zu seinem Konkurrenten bekommt der Gewinner bis zu fünf Punkte. "So hat man den ganzen Wettkampf über eine Art Spielstand", erklärt Ewald. Bei den Turnexperten findet das neue System derweil keine ungeteilte Zustimmung. Der neue Kunstturn-Bundestrainer Andreas Hirsch lehnt den umstrittenen Modus sogar völlig ab: "Die Zuschauer wollen doch keine Weiterbildung im Turnen. Unsere Wettbewerbe dauern mit drei Stunden einfach viel zu lange, das ist das Problem", so der neue Cheftrainer. Und auch für Christian Adolf, der die Cottbuser Turner im Demonstrationswettkampf betreute, ist die Neuregelung nicht der Schlüssel für den erhofften größeren Zuschauerzuspruch: "Jeder Versuch, Turnen populärer zu machen, ist lobenswert. Um dauerhaft mehr Zuschauer zu bekommen, bedarf es aber mehr als eines neuen Scoresystems", so Adolf. "Dafür muss schlicht und einfach die Gesamtvermarktung und Darstellung in den Medien viel besser werden." >>> zurück |
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